21. Juni 2017

Der Kirschbaum ist das Prachtexemplar unseres Gartens.

Mit seinem Blätterwerk bietet er ein schützendes Dach und macht so diesen Platz zum Energieort, zur lauschigen Quelle, der sich jeder aus der Familie in manch freier Zeit bedient.

Nicht zu überlesen, dass wir diesen Baum lieben. Nicht selten plagte mich die Sorge, ob er schwierige Bedingungen überlebt. Ich sollte ihm gute Pflege leisten.

Im letzten Jahr zum Beispiel machte die Nässe es diesem Baum schwer, gesund zu bleiben.

Viele Äste verloren das Laub und die übrigen Blätter waren löchrig. Etwas spät, aber immerhin kam mir in den Sinn, ihn mit Schachtelhalmbrühe zu tränken. Und ich nahm mir vor das nächste Jahr noch besser auf die Pflege zu achten.

Da das Wetter in der letzten Zeit so unberechenbar ist, war dieses Jahr wieder alles anders. Die Kälte anfangs Juni konnte ihm nichts anhaben und so setzten die vielen Blüten hunderte von Kirschen an.

Regen, Nässe? Da ist nichts Tragisches... und so reiften die Früchte bis sie nun in Mengen hangen. Trotzdem bekommt der Baum eine Brenesselbrühen Medizin. Erst gerade gestern goss ich nochmals eine Ladung um den Stamm. Und heute, scheint es mir, als würde er es mit noch pralleren Früchte danken.

 

Ich schnalle mir den Gurt mit dem Korb um und stelle mich unter, stehe da, bin blockiert.

Streune um den Baum, stecke mir hier eine Kirsche und da eine in den Mund um gleich im nächsten Moment zu meinen noch die schönere Frucht entdeckt zu haben.

Aber so wird ja der Korb nie voll!

Es plagt mich der Gedanke, dass es sehr schwierig sein würde, alle diese süssen Bomben vom Baum zu nehmen.

Umgeben von diesen pflückreifen Kirschen fällt mir nur schon die Entscheidung schwer, wo ich den Anfang mit ernten machen soll. Noch einmal eine Kirsche in den Mund und schon verstreichen die nächsten untätigen Minuten.

Aber sie haben auch ihr Gutes... meine bewundernden Blicke in den Baum erträumen sich schon ein Rezept.

 

Kirschgebäck mit Überraschungskern


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Kommentare: 1
  • #1

    Markus Kunckler (Donnerstag, 22 Juni 2017 12:39)

    Ich kenne den Baum und seine Köchin (Besitzerin)! Das feine Kirschgebäck mundet vorzüglich! Ein Muss, es auszutesten......

Da ist ein Stück Erde, in dem ich wühle.

Eine ordentlich, chaotische Gemütsoase.

Da purzeln Puzzleteile aus Samentüten,

gedeihen Experimente, Beobachtungen

Geschmiedete Pläne, schleimige Schnecken werden ausgesetzt,

es gibt angebotene Hotels für Klangmeister und Honigmacher,

eine Grabgabel voller Fehlschläge und

Wind und Wetter Rettungsaktionen.

Endlose Beetwunder Kombinationen,

als köstliches Essen modelliert in Händen,

verwandelt im Topf,

umgestaltet in die Schüssel... wandern zum Genuss,

Bin Naturerlebnisreich,

mit Erde unter Nägeln...

 

 

           fabelhaft erzählende Beetgeschichten und wie sie in der Küche enden.

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